Halsband oder Geschirr, Leinen, Mäntelchen und andere Accessoires?
Inhalt:
- Halsband oder Geschirr?
- Die Hundeleine(n)
- Hundemäntelchen
- Hundekörbchen, -bett und/oder Kennel
- Bürste(n) & Co
- Futter- und Wassernäpfe
- Beschäftigungsmaterial, Leckerli
- Gesundheit
- Sonstiges
Zur Themenübersicht
Halsband oder Geschirr?
Die Frage, ob der Hund nun ein Halsband oder ein Geschirr tragen soll, scheint immer mehr zur Glaubensfrage zu mutieren.
So appellieren inzwischen viele selbsternannte Tierschützer und -liebhaber für das Tragen der Geschirre. Als wichtigster Grund für das Tragen eines Geschirrs wird betont, dass beim Ziehen an der Leine die Wirbelsäule des Hundes komprimiert werde und es dadurch zu Schäden der Wirbelsäule und/oder des Kehlkopfes komme. Daher tragen die Hunde „wahrer“ Tierliebhaber eben Geschirre. So ganz nebenbei lässt sich natürlich auch mit Herstellung und Vertrieb solcher Geschirre ganz gut Geld verdienen und manch ein Hundehalter ist auch schon auf die Idee gekommen, genau das zu tun. Man sollte nicht unter den Tisch kehren, dass unsere lieben Haustiere inzwischen einen ganzen Wirtschaftszweig boomen lassen.
Selbstverständlich will niemand seinem Tier schwere Wirbelsäulenschäden zufügen und da das alles, zugegebenermaßen, sehr glaubwürdig klingt, fügen sich die Meisten halt ohne lange nachzudenken oder gar zu hinterfragen in ihr Schicksal…
Nun halte ich ja nicht erst seit gestern Hunde und habe in der langen Zeit meiner Hundehaltung leider auch schon viel zu viele Hunde aus ihren Geschirren „aussteigen“ gesehen oder Hundeführer, die von ihrem „Liebling“ einfach umgerissen wurden. Beides ist in meinen Augen ein absolutes „No-go“!
Die wichtigste Pflicht eines Hundehalters besteht darin, die verschiedenen Verantwortungsbereiche, mit denen Hundehaltung verbunden ist, zu erkennen und zu erfüllen. Dazu gehört, neben der Verantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden des Tieres, vor allem auch, die Kontrolle über den Hund zu haben. Im Klartext: Ein Hund, der aus seinem Geschirr aussteigt oder seinen Hundeführer umreißt, ist definitiv außerhalb dieser Kontrolle und kann aus unterschiedlichsten Gründen zur Gefahr für Andere werden. Damit ist keineswegs nur gemeint, dass der Hund anderen gegenüber aggressiv werden könnte (wobei ich auch das nicht ausschließen möchte), sondern auch, dass er z.B. auf die Straße läuft und dort Unfälle verursachen kann. Daneben gibt es auch immer mehr Menschen, die einfach Angst vor Hunden haben. Ob wir selbst diese Angst nun nachvollziehen können oder nicht, spielt keine Rolle! Es ist einfach zu respektieren!
Und keineswegs kann das nur in einer verkehrsreichen Umgebung zu Problemen führen, sondern ich empfehle auch Leuten, die ländlich wohnen, sich einmal mit einem Bauern zu unterhalten, dessen Kühe von „spielenden“ Jagdhunden mit vollem Euter über die Weide gejagt werden oder die Hühner argloser Anwohner „zum Essen eingeladen“ haben. Das ist nicht lustig.
Ein Hund, der aus seinem Geschirr aussteigt (oder aber auch sich das Halsband über den Kopf zieht) ist mit Sicherheit kein Hund, der auf das Kommando seines Herrn gut hört. Und da unübersehbar immer mehr Leute immer mehr Hunde halten, die sie aber gleichzeitig immer weniger unter Kontrolle haben, darf man sich nicht wundern, wenn auch der Hass auf unsere Vierbeiner leider immer mehr zunimmt und schlimmstenfalls darin mündet, dass vergiftete oder mit Rasierklingen oder Nadeln gespickte Köder ausgelegt werden.
Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden: Ich will solche Taten nicht legitimieren, sondern lediglich darauf aufmerksam machen, dass verantwortungslose Hundehaltung zur Entstehung solcher furchtbaren Dinge beitragen kann.
Um die Kontrolle über seinen Hund zu haben, muss dieser entsprechend erzogen werden. Es ist nicht damit getan, dass man mit dem Hund zur Welpenspielstunde geht. Auch der Besuch einer Hundeschule ist nicht dasselbe wie Erziehung. In der Hundeschule kann der Hunde-Anfänger lernen, wie er seinen Hund erziehen kann. Erziehen muss er ihn aber selbst. Es gibt eine Menge Hunde, die in der Hundeschule alles brav mitmachen, sobald sie aber zuhause sind, scheinen sie alles vergessen zu haben. Diese Hunde erleben den Besuch der Hundeschule als ein Spiel, das sie gern mitspielen, aber zuhause ist ja das wahre Leben und dort spielen sie eben nicht, sondern setzen sich und ihren Willen durch. Der Grund liegt darin, dass der Hundehalter das entsprechende Verhalten dort vom Hund nicht mit Nachdruck einfordert, sondern entweder dem Hund keine klaren Befehle gibt (Befehle bestehen üblicherweise aus nicht mehr als 1 oder 2 Worten!), ohne Punkt und Komma auf den Hund einredet (Wie soll der Hund dann „seine“ Anweisung aus dem ganzen Gequassel herausfiltern?) oder einfach inkonsequent handelt. Und Befehle sind auch auch nicht dazu da, den Hund zu unterdrücken, sondern sie geben ihm genau die Orientierung und Sicherheit, der er selbst braucht, um sich in der neuen Umgebung sicher zu fühlen und zu bewegen.
Wenn der Hund ordentlich erzogen ist, dann sollte er nicht nur entspannt an der Leine, sondern auch frei bei Fuß laufen können. Wenn also ein anständig erzogener Hund ein Halsband trägt, an dem er ja nicht ständig zieht, bekommt er auch weder Wirbelsäulen-, noch Kehlkopfschäden.
Davon abgesehen ist ein Halsband, da der Hund es um den empfindsamen Hals trägt, ein sehr sensibles Instrument, um dem Hund einerseits Informationen zu übermitteln (z.B. durch leichtes Antippen der Leine), andererseits aber auch von ihm welche zu bekommen (Aufregung, Anspannung). Das setzt natürlich voraus, dass man entsprechend sensibel damit umgeht und weder toleriert, dass ein Hund ständig an der Leine zerrt, noch selbst den Hund durch ständiges Gezerre gegenüber solchen Informationen abstumpft.
Im Vergleich dazu ist ein Geschirr zur Erziehung und Kontrolle eines Hundes ausgesprochen untauglich. Da ein unerzogener Hund hier nicht nur aussteigen kann und sich damit der Kontrolle entzieht (aus diesem Grunde haben beispielsweise Zughunde außer ihrem Zuggeschirr immer auch ein Halsband zur Sicherung um!), sondern auch unter dem Einsatz seines gesamten Körpers an der Leine zerren kann, kann er seinen Halter auch viel leichter umreißen und hat dann keinen „Halter“ mehr. Darüber hinaus hat der Hund, genau wie wir selbst, am Körper kein so ausgeprägtes Tastempfinden, dass er winzige Bewegungen der Leine wahrnehmen könnte. Im Gegenteil – die meisten Hunde lernen mithilfe eines Geschirres viel leichter, das andere Ende der Leine einfach zu ignorieren!

Selbstredend sollte der Hund sich auch das Halsband nicht einfach über die Ohren ziehen können. Aus diesem Grunde halte ich ein Zug-Stopp-Halsband, bzw. Würgehalsband mit Stopp (!!!) für die beste Lösung. Auch, wenn es als „Würgehalsband“ bezeichnet wird, würgt es den Hund nicht, wenn man den Stopp vernünftig einstellt (Es sollten 2 Finger bequem zwischen Hundehals und Halsband passen!), sondern verhindert lediglich, dass er es sich über den Kopf ziehen kann! Auch mir ist es schon passiert, dass mir in einem kurzen Augenblick der Unachtsamkeit mal die Leine aus der Hand gerutscht ist. Allerdings kann ich mich dann im Normalfall darauf verlassen, dass der Hund trotzdem hört.
Bei einem Hundewelpen kann es allerdings sein, dass selbst die kleinsten Zug-Stopp-Halsbänder noch zu groß sind und der Welpe sie also verliert oder mit den Pfötchen hineingerät. Dazu – und zum richtigen Anlegen des Halsbandes – mehr im nächsten Abschnitt „Die Hundeleine“.

Möchten Sie gern zum Spaziergang ein Geschirr angezogen bekommen mit der Aufschrift „Müllschlucker“? Oder sind Sie schon einmal mit einem Blink-Halsband in der Dunkelheit spazieren gegangen?
Insbesondere bei den in den letzten Jahren immer beliebter werdenden blinkenden Halsbändern und Geschirren scheinen nur sehr wenige Hundebesitzer darüber nachzudenken, welche Irritation das ständige Blinken für den Hund bedeutet. Jeder Mensch kennt das Phänomen, dass man, wenn man aus einem hell beleuchteten Raum in die Dunkelheit tritt, zunächst für einen Moment fast blind ist. Und genau dieser Effekt wiederholt sich für einen Hund praktisch ständig, wenn er mit einem blinkenden Halsband oder Geschirr durch die Dunkelheit läuft. Seine Wahrnehmung der Umgebung ist dadurch stark eingeschränkt und kann die unterschiedlichsten Folgen haben (Unsicherheit, Angst, Aggression, Nicht-Erkennen/Verkennen von Gefahren u. A. m.). Bei Hunden mit einer Epilepsie kann die ständige Blinkerei auch einen Anfall auslösen!
Für den Spaziergang seinem gesunden Hund ein Geschirr oder eine Flexleine zu kaufen, ist also ebenso wichtig und sinnvoll, wie ihm ein Halstuch (möglichst in allen Farben blinkend) umzubinden, ihm ein Mäntelchen anzuziehen oder ihm ein Fähnchen an den Steert zu binden, das er bei Bedarf schwenken kann.
Ein Hund ist weder ein Spielzeug, noch ein Sportgerät, Statussymbol oder Instrument unserer Selbstdarstellung, sondern ein eigenständiges Wesen, dessen Haltung von uns Respekt und Verantwortung gegenüber dem Tier, aber auch anderen Menschen und Tieren gegenüber erfordert!
Solange man seinen Hund an der Leine hat, sollte man eigentlich auch ohne derartige Spielereien wissen, wo der Hund gerade ist. Sollte es aus irgendwelchen Gründen tatsächlich einen wichtigen Grund geben, den Hund besser kenntlich zu machen, wie z. B. einen dunklen/schwarzen Hund auf einem kombinierten Fußgänger-Radweg (wobei ja auch die schnelleren Radfahrer eine Beleuchtung am Fahrrad haben müssen – Steine, Äste und andere Hindernisse sind auch nicht beleuchtet), dann sollte man am ehesten zu einfachen Reflektoren oder einer nicht blinkenden, sondern kontinuierlich nicht zu stark leuchtenden Leine greifen. In solchen Fällen ist aber eine ganz normale Taschen- oder Stirnlampe auch ganz praktisch, damit man selbst besser sieht, wo man so hinläuft.
(Oder man kauft sich besser gleich einen rot fluoreszierenden transgenen Klon-Hund aus Korea…)
Hiervon ausnehmen muss man selbstverständlich spezielle Arbeits-Geschirre für Hunde (z.B. Zuggeschirr, Führgeschirr für Blindenhunde), oder Geschirre, die aus therapeutischen Zwecken vorübergehend eingesetzt werden.
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Die Hundeleine(n)
Es gibt eine unübersehbare Flut verschiedenster Hundeleinen. Dabei ist die Auswahl des Materials sicherlich dem persönlichen Geschmack überlassen. Es gibt aber weitere Aspekte, die man berücksichtigen sollte. Für Welpen gibt es sog. Welpenleinen. Sie sind im Prinzip einfach sehr viel dünner und leichter als die Leinen für erwachsene Hunde. Für den Anfang mögen sie ausreichen, weil dann ein kleiner Welpe nicht eine schwere Leine herumschleppen muss. Gerade diese sehr dünnen Leinen führen aber dazu, dass sich ein junger Hund, der noch nicht viel Erfahrung im Umgang mit seiner Leine hat, schnell und oft mit seinen Beinchen darin verheddert. Nun sollte der Hund aber eigentlich lernen, sich an der Leine so zu bewegen, dass genau das nicht passiert und, falls es doch einmal vorkommt, sich auch selbst wieder zu „befreien“. Nach meiner Erfahrung ist es dafür sinnvoll, so schnell wie möglich auf eine etwas dickere Leine umzusteigen. Die sieht der Hund leichter und kann dadurch besser vermeiden, über sie drüber zu laufen und sich mit den Beinen darin zu verfangen. Falls doch, spürt und sieht er auch besser, wo sie sich befindet und kann z. B. durch Hochspringen oder Anheben der richtigen Pfote das Ganze beheben. Für meine Dorle habe ich von Anfang an die „richtige“ Leine verwendet und sie hat bereits beim 1. Spaziergang verstanden, worauf sie achten muss!
Neben dieser normalen Leine kann man sich, nach Belieben, noch eine Schleppleine zulegen. Die gibt es in unterschiedlichen Längen und sie sind bestens geeignet, wenn man mit dem Hund z. B. Mantrailing oder Ähnliches machen möchte. Auch, wenn man mit einem Hund, der im Freilauf noch nicht absolut sicher zurückkommt, üben möchte, kann man dies mit einer Schleppleine sehr gut. Bei meiner Sofie habe ich die Schleppleine genutzt, wenn sie sich mal wieder auf einem Kinderspielplatz mit der Rutsche amüsiert hat. So haben dann auch etwas besorgtere Eltern stets ein gutes Gefühl.
Eine sog. Flex, also eine Leine, die der Hund durch Zug ausziehen kann, ist für eine vernünftige Hundeerziehung eher kontraproduktiv. Da durch die darin befindliche Feder immer ein gewisser Gegenzug vorhanden ist, lernt der Hund durch eine Flex regelrecht, an der Leine zu ziehen und das macht entspannte Spaziergänge mit dem Hund auf Dauer unmöglich. Wenn der Hund aus diesem Grunde von vornherein nicht lernt, richtig an der Leine zu laufen, kann das im Zweifelsfall böse enden. Je größer der Hund ist, umso mehr Kraft entwickelt er. Und je länger die Leine ist, desto stärker kann diese Kraft wirken, wenn der Hund im vollen Lauf die Flex auszieht und das Ende erreicht ist. Dann kann schon ein kleinerer Hund u. U. seinen Halter umreißen.
Dennoch kann auch eine Flex ganz sinnvoll sein, wenn man beispielsweise einen sehr alten Hund zusammen mit einem oder mehreren jüngeren Hunden hält. So kann man mit den jüngeren Hunden einigermaßen vernünftig gehen, während der alte Hund in seinem eigenen Tempo mitlaufen kann. In der Zeit, als ich die schon recht gebrechliche Gilla mit dem noch sehr agilen Anton zusammen gehalten habe, waren sie sogar manchmal (also in Bereichen mit absolutem Leinenzwang) beide an je einer Flex. So konnte Anton auch mal vorauslaufen, während Gilla langsam hinter uns hertrottete. Die kontraproduktive Wirkung auf die Leinenführung spielte keine Rolle mehr, da sie beide ja schon lange entsprechend erzogen waren. Auch bei einem blinden Hund kann eine Flex sinnvoll sein. Unser alter Otto war zum Schluss blind und taub. Man konnte sich also weder über Hör-, noch über Sichtzeichen mit ihm verständigen und ihn z. B. heranrufen. So habe ich ihn in Situationen, in denen die anderen Hunde frei laufen konnten, an der Flex geführt. Der leichte Zug vermittelte ihm dann gleichzeitig die Sicherheit, dass ich an dem anderen Ende war und ihm nichts passieren konnte.
Sehr sinnvoll dagegen kann es sein, wenn man einen Hundewelpen kauft, schon zur Abholung eine Vorführleine (wird manchmal auch als Moxxon- oder Retrieverleine bezeichnet) mitzubringen. Dabei sind Halsband und Leine kombiniert.
Davon gibt es eine ganze Reihe verschiedenster Ausführungen, die aber nicht alle gleich gut sind.
Vorführleinen, falsch und im Prinzip auch verboten (zum Glück!)


Halsbänder, und in diesem Fall ist das Halsband ja in die Leine integriert, die eine nicht einstellbare Würgefunktion haben, sind eine Tierquälerei und nach § 2, Satz 2 des Tierschutzgesetzes verboten. Daran ändert auch die Tatsache nichts, wenn, wie auf der rechten Abbildung, das Halsband besonders breit ist oder wenn ein zusätzlicher Kehlkopfschutz eingearbeitet ist!
Vorführleinen, zwar richtig, aber für Welpen ungünstig



Diese drei Vorführleinen haben einen für den Hund passend einstellbaren Zugstopp. Sofern die Leine selbst entsprechend dick ist und nicht einschneidet, sind die beiden linken Versionen also sicherlich verwendbar. Ist das Material zu dünn/schmal und könnte einschneiden, sollte man besser auf die rechte Variante mit zusätzlichem Kehlkopfschutz zurückgreifen.
Für die Verwendung bei einem erwachsenen ruhigen Hund sind diese Leinen recht praktisch. Speziell für die Verwendung bei einem zappeligen Welpen allerdings trotzdem etwas ungünstig, weil man für eine korrekte Einstellung des Zugstopps das Halsband meist mehrere Male anprobieren und ggf. nachkorrigieren muss.
Vorführleinen, auch zur Verwendung beim für Welpen optimal



Bei diesen Vorführleinen ist die Halsweite für jeden Hund passend einstellbar. Die beiden linken unterscheiden sich nur geringfügig durch den Einstellungsmechanismus. Bei der rechten ist ein zusätzlicher Kehlkopfschutz integriert, was bei diesen manchmal sehr schmalen Leinen wesentlich schonender für den Hund ist. Falls der Schutz beim noch sehr kleinen Halsumfang des Welpen die richtige Einstellung verhindert, weil er selbst zu breit ist, kann man ihn mit ein paar Scherenschnitten kürzen.
Der Einstellungsmechanismus dieser Vorführleinen ist mit etwas Übung leicht mit einer Hand einstellbar und genau das macht sie für zappelige aufgeregte Welpen besonders praktisch. Denn gerade am Anfang bei der Sauberkeitserziehung passiert es manchen Welpen, dass sie vor lauter Aufregung und Vorfreude über den bevorstehenden Spaziergang ein „Pfützchen“ machen. In den allermeisten Fällen ist es da sehr hilfreich, das kleine Kerlchen auf den Arm zu nehmen und mit einer Vorführleine, deren Anpassung leicht mit nur einer Hand möglich ist (das kann man vorher ja etwas üben), kann man sich die Leine einfach im Vorbeigehen schnappen und sie auf dem Weg nach draußen mit der zweiten Hand anlegen ohne ihn absetzen zu müssen. So passiert unserem neuen Schützling kein Malheur, sondern er hat ein Erfolgserlebnis und lernt es dann umso schneller und einfacher!
Wichtig ist, egal ob es in die Leine integriert ist oder einzeln angelegt wird, die richtige Positionierung des Halsbandes, die auf der nebenstehenden Abbildung verdeutlicht wird.
Sitzt es zu tief (rote Position), ist das Halsband zu weit eingestellt und der Hund kann es sich über den Kopf ziehen (ein verspielter Welpe könnte dabei ggf. auf die Straße laufen)! Außerdem sitzt es dann nicht über dem Kehlkopf (grüne Position), den wir zwar keinesfalls komprimieren wollen, der aber sehr reichlich mit Nervenenden ausgestattet ist, über die der Hund lernen kann, selbst leichteste Bewegungen der Leine als Signal zu verstehen und darauf zu reagieren. Hat er das erst einmal gelernt, ist es auch später nicht mehr tragisch, wenn ein Zug-Stopp-Halsband mal etwas herunterrutscht, weil der Hund ja weiß, worauf er achten muss.

rot – falsch
grün – richtig
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Hundemäntelchen
Wer einem Spitz, in dessen Zuchtstandard steht
„Wetterunempfindlichkeit, Robustheit und Langlebigkeit sind seine hervorragendsten Eigenschaften.“
und dem aus eben diesem Grunde ein sog. „doppeltes Fell“ angezüchtet wurde, einen Hundemantel kauft und anzieht, der quetscht vermutlich auch seinen Fisch in einen von diesem dringend benötigten Neoprenanzug!
Hierzu mal ein Zitat von Emil Ilgner, 19021:
„Was Anhänglichkeit und unwandelbare Treue betrifft, so sucht der Spitz seinesgleichen; besonders aufmerksam und lebhaft, ist er gegen Regen und Kälte ganz unempfindlich und sucht sich gewöhnlich im Haus und Hof da sein Plätzchen aus, wo der Wind am stärksten pfeift.“
Und noch ein weiteres Zitat von 1937 aus „Der Deutsche Spitz in Wort und Bild“2:
„Ein gutes Stehhaar ist zwar Naturanlage und durch die Menge der vorhandenen Unterwolle bedingt, aber durch Beachtung obiger Regel* läßt sich wenigstens etwas nachhelfen, wenn es daran mangelt. Allzuviel an der Behaarung herumzuarbeiten, ist nicht ratsam. Wo nichts ist, kommt auch nichts hin. Das Haar des Spitzes soll möglichst straff sein und sich harsch anfühlen. Dieser Naturzustand wird jedoch nur durch möglichst viel Aufenthalt im Freien und Kühlen erreicht und beibehalten. Hunde, die dauernd im warmen Zimmer und auf weichen Kissen liegen, zuviel gebadet und gekämmt werden, bekommen seidenweiches Haar.“
* Der Autor hatte vorweg erklärt, dass das Haar des Spitzes immer gegen den Strich gebürstet, gekämmt oder auch gestreichelt werden muss.
Insbesondere einem langhaarigen Hund wie dem Spitz irgendwelche Mäntelchen anzuziehen, ist leider eine – mit normalem Verstand nicht mehr nachvollziehbare – Unsitte geworden, die, wie bereits in obigen Büchern (!) erklärt wird, nur dazu führt, dass der Spitz ein viel zu weiches und dünnes Haarkleid entwickelt, welches seine Funktion, den Hund vor allen Witterungseinflüssen wirkungsvoll zu schützen, völlig verliert!
Beim sog. „doppelten Fell“ wärmt die im Winter dicke Unterwolle den Spitz wie ein wollenes Unterhemd gegen zu starke Auskühlung, während sie gleichzeitig, auch wenn sie im Sommer bei einem arbeitsfähigen Spitz stark abgehaart und ausgedünnt ist, dafür sorgt, dass das Deckhaar, welches aus eben diesem Grund straff und harsch sein soll, absteht und so eine Isolationsschicht bildet, die sowohl gegen starke Kälte, als auch gegen starke Hitze schützt. Das gilt nicht nur für Spitze mit hellem, sondern auch für solche mit dunklem oder sogar schwarzem Fell.

Am besten lässt sich diese Funktion mit der weißen oder auch schwarzen Thobe, bzw. Thwab, der traditionellen Tracht der Beduinen und anderer arabischer Völker vergleichen. Bei beiden Gewändern bildet sich, solang sie locker fallen und nicht eng anliegen, zwischen der Haut und dem Gewand ein isolierendes Luftpolster, das einen hochwirksamen Schutz gegenüber den tw. extremen äußeren Temperatureinflüssen und -schwankungen bietet, wobei die schwarzen Gewänder gleichzeitig wesentlich stärker vor Sonnenbränden schützen – die weißen dagegen etwa 50% der schädlichen UV-Strahlung durchlassen.
Wer also seinem Spitz (hochaltrige oder schwerkranke Tiere ausgenommen) ein Mäntelchen anzieht, macht ihn nicht nur empfindlicher gegen Kälte und Nässe (denn ein intaktes Spitzfell lässt auch nur wenig Wasser durch), sondern setzt ihn auch stärker der sommerlichen Hitze aus, weil das Fell, das im Frühjahr keine ausreichende Festigkeit erreicht hat, auch über den Sommer erhalten bleibt, obwohl der Hund dann kein Mäntelchen mehr trägt!
Man darf auch nicht jedes Zittern eines Hundes als Ausdruck des Frierens missverstehen. Genau wie Menschen können auch Hunde aus allen möglichen Gründen, z. B. Aufregung/Anspannung, zittern. Aber selbst, wenn der Hund tatsächlich frieren sollte, hat er völlig natürliche Mechanismen, damit umzugehen: Bewegung! Auch ein Welpe (natürlich in einem Alter, in dem sein Körper bereits die Temperatur selbst regulieren kann!) lernt sehr schnell, wenn er friert und man selbst oder ggf. auch anwesende ältere Tiere ihn zum Spielen und Herumtollen im Schnee einladen, dass es ihm dann sehr schnell warm wird. Denn Muskelbewegung erzeugt Wärme!
Einen solch wetterfesten Hund mit einem Mäntelchen zu verunzieren ist einfach nur armselig!
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Hundekörbchen, -bett und/oder Kennel
Auch hier gibt es eine riesige Flut verschiedenster Angebote und als Erst-Hundebeistzer hat man die Qual der Wahl.
Sicherlich ist es – auch – eine Frage des persönlichen Geschmacks. Eigentlich des Hundes, in der Praxis dann meist des Halters. Ob der Hund es dann nutzt, steht auf einem anderen Blatt.
Ich persönlich habe zum Einen festgestellt, dass gerade Spitze sich ihren Ruheplatz sehr gern selbst aussuchen und dabei oft ihre doch sehr eigenen Kriterien hatten. Viele Spitze liegen nämlich sehr gern auf Fliesen, Warum, haben sie mir noch nicht erklären können und das wird wohl auch ihr Geheimnis bleiben. Allerdings passt es zu den Ausführungen Emil Ilgners (s. o.), denn in meiner Wohnung pfiff zwar nie der Wind, aber bekanntlich sind Fliesen meist etwas kühler als Teppichboden oder Parkett.
Davon abgesehen ist es natürlich auch für mich als Halter wichtig, den Hund unter bestimmten Umständen auf einen bestimmten Platz schicken zu können, auf dem er dann bleibt. Ansonsten haben meine Spitze in den letzten vierzig Jahren ihr Körbchen vorzugsweise als Depot für Spielsachen und Knochen genutzt. Geschlafen haben sie gern auf den verschiedensten, manchmal auch wechselnden Plätzen vor oder unter meinem Bett, im Bad, vor der Wohnungstür, unterm Wohnzimmertisch . . .

Aus diesem Grunde habe ich sowohl Körbe, als auch Kennel. Dabei haben einfache Kunststoffkörbe den Vorteil, dass man sie gut und einfach reinigen kann. Als Einlage kann man gepolstertes Material oder Decken verwenden, die waschbar sein sollten. So haben auch Parasiten keine Chance, sich irgendwo häuslich niederzulassen oder gar Eier abzulegen.
Sofern ein Hund keine besonderen Gebrechen hat, halte ich auch die immer mehr in Mode kommenden „Orthopädischen Betten“ für absolut überflüssig. Den Knochen, die meine Hunde dort ablegen, dürfte es auch ziemlich gleichgültig sein. Wenn ich meine Hunde ausnahmsweise mal ins Körbchen schicke, halten sie sich i. d. R. ohnehin nicht lange dort auf, sondern kramen ein wenig in ihren Knochen und Spielsachen herum.


Der zur Auswahl stehende Kennel wird unterschiedlich genutzt. Bei Reisen kann ein Kennel darüber hinaus auch als Transportbox genutzt werden.
Aber: Es kann, gerade für Hunde mit (schlechten) Vorerfahrungen, auch wichtig sein, dass der Hund einen Rückzugsort hat, an dem er sich absolut sicher fühlt. Für meine Angsthündin Sofie war das extrem wichtig und ich musste teilweise die Tür des Kennels vor ihr verschließen, weil sie sonst phasenweise, gerade zu Anfang, fast den gesamten Tag darin gesessen hätte. Auch manche Hündinnen während der Scheinmutterschaft haben nicht selten das Bedürfnis nach einem geschützten (höhlenähnlichen) Platz für sich und ihre imaginären Welpen (Meine Hündinnen hatten damit allerdings nie Probleme). In einem solchen Fall ist allerdings ein Kennel eine gute Wahl, der dazu aber möglichst fast rundum geschlossen sein sollte. Also keine von allen Seiten einsehbare Gitterbox.

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Bürste(n) & Co
Es ist gut, wenn man gleich von Anfang an eine weiche Bürste für die Fellpflege hat und einen Kamm, der zur Reinigung der Bürste dient.
So kann man den Welpen frühzeitig spielerisch mit der Bürste vertraut machen, sollte aber darauf achten, dass er sie nicht als sein Spielzeug ansieht. Sie bleibt also immer in der Hand des Besitzers! Fängt man damit zu spät an, kann es passieren, dass der Hund eine Abneigung dagegen entwickelt. Damit kann man dann sanft übers Pelzchen streichen – auch an den Beinchen und am Bauch. Anfangs nur ein paar kleine Bürstenstriche, die man nach und nach steigert. Hält er dabei schön still, wird er gelobt. Ich habe meinen Hunden zum Abschluss des ganzen Procederes immer ein Leckerli gegönnt und das behalte ich selbst bei den erwachsenen Hunden bei. Ich brauche nur die Bürste zur Hand nehmen und sagen, dass ich sie jetzt „schick“ machen will und sie kommen begeistert angelaufen.
Wenn man das nach und nach aufbaut und dabei eine Inspektion der Zähnchen, Öhrchen, Pfötchen usw. einbaut (siehe Kapitel Fell- und Körperpflege, allgemeine Gesundheitsvorsorge), ist es nämlich schon ein längeres Unterfangen, das dem Welpen nicht wenig Geduld abverlangt und die man durchaus honorieren darf. Auch beim erwachsenen Hund ist das also immer der krönende Abschluss in Verbindung mit meinem bewundernden Kommentar, wie hübsch er /sie doch jetzt wieder aussieht!

Im Normalfall braucht man einen Hund – erst recht einen Spitz mit „Teflon-Fell“ absolut nicht baden. Das Welpenfell ist aber noch nicht das gleiche wie das eines erwachsenen Hundes. Ein Welpe hat nur Wolle. Die kann sich leichter mal „verwurschteln“ und es bleibt auch eher mal etwas daran kleben. Daher kann man für einen Welpen evtl. ein Hundeshampoo kaufen. Da es aber die absolute Ausnahme ist, habe ich mir das eigentlich immer gespart – in diesen sehr seltenen Fällen tut es dann auch mal ein normales mildes und rückfettendes Haarshampoo.
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Futter- und Wassernäpfe
Da es bei uns die sog. „Kuh-Fütterung“ gibt, bei der den Hunden den ganzen Tag über so viel Futter zur Verfügung steht, wie sie mögen, wird das Trockenfutter in einem Futterspender, wie in der nebenstehenden Abbildung, bereitgestellt. Dabei sollte man darauf achten, dass nicht der Behälter im oberen Teil größer ist als die Grundfläche, denn sonst kann er leicht umkippen. Den nebenstehenden Futterspender kann man auch als Wasserspender verwenden. Allerdings lädt dann der relativ große Napf doch sehr zu Wasserspielen ein . . .
Ganz besonderer Beliebtheit erfreut sich hier auch unser einarmiger Bandit, den ich einmal auf einer Ausstellung mit angeschlossener Messe gekauft habe. Meines Wissens wird er leider z. Zt. nicht mehr hergestellt, aber vielleicht ändert sich das mal. Damit macht das Futtern so richtig Spaß!



Einmal täglich – meist abends – gibt es bei uns etwas besonders Leckeres: Entweder Selbstgekochtes oder auch Dosenfutter, Quark natur oder Ähnliches, meist mit ein wenig Trockenfutter gemischt und dafür gibt es dann für jeden Hund eine „ganz normale“ Futterschüssel.
Will man das Ganze etwas unterhaltsamer gestalten, kann man Feucht-, aber auch Trockenfutter in sog. „Anti-Schling-Näpfe“ verteilen. Sie sind keineswegs nur für schlingende Hunde geeignet, sondern bieten auch Nicht-Schlingern eine nette Beschäftigung, weil sie das meist etwas klebrige Feuchtfutter da herausschlecken müssen. Darüber freuen sich natürlich Welpen ganz besonders, aber auch erwachsene Hunde schätzen diese Abwechslung. Solche Näpfe gibt es in den verschiedensten Varianten zu kaufen, von denen ich hier mal drei zeigen möchte.




Weil ich praktisch immer mindestens zwei Hunde hatte und auch im Sommer nicht alle halbe Stunde die Wasserschüssel nachfüllen wollte, gab es bei uns immer einen kleinen Eimer für das Wasser. Gerade Spitze mögen es, wenn sie das Teil herumtragen und ihrem Besitzer zum Nachfüllen bringen können! Da zunächst Llywellynn mit dem Wassereimer allzu gern mal lustige Schlinderbahnen in die Küche gezaubert hat, ich ihm das aber erst einmal abgewöhnen konnte, später aber auch Dorle damit anfing und man bei zwei Hunden dann doch etwas „machtlos“ ist, habe ich den beiden Herrschaften mit ein paar Handgriffen eine spezielle Anti-Schlabber-Tränke selbst gebaut, die man sich unter dem Link auf Dorles Seite ansehen kann..
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Beschäftigungsmaterial, Leckerli
Welpen sind in mancher Hinsicht Menschenkindern nicht ganz unähnlich. Zum Einen finden sie beim Spielen oft kein Ende und sind schließlich völlig überdreht und zum Anderen wollen sie mit ihrer Schnute Alles (aus)probieren. Wenn dann der erste Zahnwechsel ansteht, haben sie ein besonders starke Bedürfnis, auf Allem herumzukauen, verwandeln gern geschlossene Halbschuhe in offene Sandalen und Manches mehr. Lustigerweise hat sich das seit der Antike nicht verändert und so kann ich mir natürlich nicht verkneifen, hier einmal solch ein antikes Zeugnis davon einzustellen.
😉

Terrakotta, Achmounéin (ca. 300 Km südl. v. Kairo), aus: Perdrizet. Vol. 1. Nr. 399. S. 146, keine genaue Datierung
Es wird sehr vieles im Handel als Hundespielzeug angeboten und für Ersthundebesitzer ist es da oft schwierig, überhaupt irgend eine Auswahl zu treffen. Verschiedene dieser Artikel sind auch nicht unbedingt empfehlenswert.
Zunächst muss es natürlich robust sein und sollte auch keine schädlichen Farben enthalten.
Sehr beliebt sind sog. Quietschis. Das Problem an Quietschies ist, dass ein Junghund in seiner Kinderstube normalerweise gelernt hat, dass seine Geschwister, wenn er beim Spielen zu rauh mit ihnen umgegangen ist, gequietscht und dann nicht mehr mit ihm gespielt haben. Das Quietschen war also für ihn das Signal, aufzuhören und sich in Zukunft rücksichtsvoller / besser zu benehmen. Wenn Sie ihm nun solche Quietschies zum Spielen kaufen, gewöhnen Sie ihm diese Rücksichtnahme auf andere also wieder ab, indem Sie ihm zeigen, wie lustig es ist, das Spielzeug zum Quietschen zu bringen. Wenn er dann in Zukunft Sie selbst oder auch ihre Kinder in die Hacken beißt (genau das machen viele junge Hunde, aber Spitze ganz besonders gern), wird er nicht verstehen, warum Sie das eigentlich nicht lustig finden! Es steht also im Widerspruch zu dem, was Sie und auch ihre Umwelt in Zukunft von dem Hund als ordentliches Benehmen erwarten!
Stofftiere und -püppchen sind ebenfalls ein häufig angebotenes Spielzeug für Hunde, die dann daran herumzerren, die Stoffbeine abreißen usw. Wenn Sie Kinder haben, die ebenfalls Stofftiere oder -puppen haben, werden diese Ihnen sicherlich besonders dankbar dafür sein, wenn Sie dem Hund so etwas zum Spielen geben, denn der Hund wird in Zukunft nicht zwischen den für ihn gedachten Stofftieren/-püppchen und denen der Kinder unterscheiden!
Ein anderer Aspekt betrifft Hündinnen. Manche Hündinnen können Probleme mit ihrer Scheinmutterschaft entwickeln. Grundsätzlich sind die Scheinträchtigkeit und Scheinmutterschaft bei Hündinnen keine Krankheit, sondern ein absolut normaler Zustand nach jeder Läufigkeit. Er ist nur bei jeder Hündin unterschiedlich ausgeprägt und wenn er sehr stark ausgeprägt ist, kann man der Hündin kurzfristig Ersatzwelpen anbieten, die sie bemuttern darf, bis sie nach einigen Tagen feststellen wird, dass dieser Welpe einfach nicht lebensfähig ist. Dazu eignen sich am besten kleine Stofftiere mit kugelrundem Bäuchlein, die aber auch keinesfalls quietschen dürfen, weil das in diesem Kontext für die Hündin das Signal wäre, dass dieser Welpe hungrig ist oder anderweitig sofort versorgt werden muss. Damit kann man eine Hündin in der Scheinmutterschaft regelrecht in den Wahnsinn treiben!
Entsprechend sollte man bei einer Hündin Stofftiere für diesen Zweck belassen.

Gut geeignet sind beispielsweise Taue, die es in vielen verschiedenen Größe und Ausführungen gibt. von denen ich hier nur einmal drei Varianten zeigen will. Solche Taue kann der Welpe benagen, darauf herumkauen, sie zerrupfen, herumtragen und vieles mehr. Taue mit Knoten verwandeln sich mit der Zeit sowieso meist von ganz allein in welche mit Fransen.



Eine sehr gute Beschäftigungsmöglichkeit bieten Kong, Snack- und Gitterbälle. Sie werden in verschiedenen Größen angeboten. Man kann sie mit den unterschiedlichsten leckeren Sachen füllen und nicht nur, aber besonders Welpen können sich daran wunderbar abarbeiten und ihre Geschicklichkeit trainieren. Kongs und Snackbälle kann man auch nicht nur mit festen Leckerli befüllen, sondern auch mit Naturquark, püriertem Fleisch oder Gemüse, bzw. Dosenfutter, das dann herausgeschleckt werden muss. Man muss sie nur zwischendurch auch ausspülen, damit eventuell verbliebene Reste nicht vor sich hingammeln. Auch Gitterbälle kann man mit sehr großen Leckerli (z. B. Kohlraben-, Möhren-, Apfel- oder auch Käsestückchen) befüllen, die nur durch verformte (aufgezogene) Öffnungen passen. Gleichzeitig kann man diese Spielsachen auch in der Gegend herumkullern und das macht jedem Hund Spaß.
Igelbälle bieten besonders zahnenden Junghunden im wahrsten Sinne des Wortes eine reizvolle Oberfläche, auf der sie gern herumkauen. Es gibt auch weitere, hier nicht abgebildete, Varianten wie Igelringe und Ähnliches, das ebenso gut geeignet ist.




Schleckmatten, die man z. B. mit Quark, Hüttenkäse oder Ähnlichem bestreichen kann, sind besonders für sehr junge Welpen bestens geeignet. Das Schlecken wirkt auf sie sehr beruhigend und so haben sie eine wunderbare Beschäftigung, auf die sie sich konzentrieren müssen und zur Ruhe kommen. Bei uns gehörte die Schleckmatte nach der abendlichen Gassirunde zum regelmäßigen Ritual, bei dem so ein kleines Kerlchen dann auch meist gut einschläft.
Daneben sollte man reichlich Knabbermaterial wie Kalbshufe, Rinder-Kniescheiben, rohe Möhrchen, Kohlraben usw. usf. anbieten. Die oft im Handel angebotenen getrockneten Schweineohren haben eine nicht zu unterschätzende Tendenz zu splittern und können dem Welpen dann schnell im Hals hängenbleiben. Darüber hinaus kommen sie nicht selten aus fernöstlichen Billigproduktionen und enthalten dann nicht unbedingt gesundheitsfördernde Zusatzstoffe.
Dabei sollten Sie keinesfalls vergessen, all die Sachen wegzuräumen, zu sichern oder hochzustellen, die Welpen sich gern selbst zum Knabbern aussuchen: Schuhe, Kabel (!!!), Toilettenpapier, Lebensmittel, die für Hunde giftig sind, Zimmerpflanzen usw.



Es ist nicht unbedingt sinnvoll, dem Welpen ZU viel Spielzeug anzubieten. Es kommt nicht auf die Menge an, sondern darauf, was man damit macht. Für einen Welpen ist es wichtig, viele Dinge des täglichen Lebens kennenzulernen: den Staubsauger, das Fahrrad, im Sand buddeln, auf umgefällenen Baumstümpfen herumklettern, mit dem Auto, dem Bus, der Straßenbahn oder einem Aufzug fahren, in ein Restaurant oder Café gehen, andere Menschen und Hunde treffen und Vieles mehr.
Er muss bestimmte Grundbefehle lernen und man kann mit ihm Agility oder auch Dogdancing machen. Gerade das Dogdancing ist für Spitze eine erstklassige Kopfarbeit!
Später kann man natürlich noch eine Vielzahl weiterer Beschäftigungsmöglichkeiten ergänzen.
Bei Leckerli allgemein sollte man darauf achten, dass sie keinen Zucker enthalten sollten. Man kann sie auch mit oft nur wenigen Handgriffen sehr gut selbst herstellen, sollte sich das aber nicht gleich am Anfang mit einem noch nicht stubenreinen Welpen zumuten, denn da werden die Meisten froh sein, wenn sie einmal ein wenig Schlaf bekommen.
Die Menge der verfütterten Leckerli übersteigen bei vielen Welpen- und Junghundebesitzern die den Hunden verträgliche Menge oft um ein Vielfaches! Dabei geht es nicht darum, den Hunden keine Leckerli zu gönnen und es geht auch nicht ausschließlich um Kalorien, die vielleicht zu viel sein könnten. Es geht vielmehr darum, dass die darin enthaltene Nahrungszusammensetzung (Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette und Ballaststoffe) den Stoffwechsel des noch wachsenden Hundes so nachhaltig verändern kann, dass die körperliche Entwicklung beeinträchtigt wird! Besonders betroffen ist oft die hormonelle Entwicklung.
Im Interesse Ihres Welpen sollten Sie also die auf den Packungen angegebenen Mengen nicht überschreiten – weniger ist oft mehr!
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Gesundheit
Nach dem Umzug ins neue Zuhause kann ein Welpe durch eine Nahrungsumstellung, aber auch durch Aufregung oder einen Infekt schnell mal Durchfall oder Erbrechen bekommen. Man sollte also die Nahrung nicht von Heute auf Morgen gleich vollständig umstellen. Ordentliche Züchter geben den Welpenkäufern darum praktisch immer eine ausreichende Portion des Futters mit, das der Welpe bisher erhalten hat, damit man es mit dem eigenen neuen Futter erst einmal mischen kann. Manche Welpen vertragen eine sehr zügige Umstellung gut – andere schlechter. Ein junger Welpe hat auch mit vielen Krankheitserregern noch keinen Kontakt gehabt, Sein Immunsystem befindet sich noch in der Entwicklung und lernt. Da können die noch ungewohnten Keime der neuen Umgebung einen Infekt auslösen. Gleichzeitig kann er durch Durchfall oder Erbrechen schnell austrocknen. Darum sollte man vor der Anschaffung eines Welpen unbedingt ein Elektrolytpräparat wie z. B. Canicur in der Hunde-Hausapotheke haben. Das erspart allerdings nicht den Tierarztbesuch.
Da Welpen nicht nur gern an allem Möglichen herumkauen, sondern z. B. abgekaute Schuhsohlen, den Inhalt des Mülleimers und anderes mehr auch gern herunterschlucken, sollte man für solche Fälle rohes und fermentiertes Sauerkraut im Kühlschrank haben. Mir ist noch kein Hund untergekommen, der das nicht gern gefressen hätte und es hat den Vorteil, dass es z. B. scharfkantige oder eckige Objekte im Magen des Hundes wunderbar einwickelt (darum muss es roh sein!), die dann ihren „ganz normalen“ Weg nach draußen finden, ohne Verletzungen zu verursachen. Mit Wein zubereitetes Sauerkraut ist für Hunde allerdings ungeeignet.
Nach vorheriger Absprache mit dem Züchter, bzw. Tierarzt kann man auch den Welpen bereits gegen Flöhe, Zecken und sonstige „Untermieter“ schützen, denn in manchen Jahren kann das Aufkommen dieser unerwünschten Parasiten schon sehr hoch sein und ein Befall dem Welpen gesundheitlich entsprechend zusetzen. Wichtig ist dabei, dass Alter und Gewicht berücksichtigt werden
Bereits während seiner Zeit beim Züchter wird ein Welpe üblicherweise entwurmt. Bei der Übernahme des Welpen sollte man sich also genau erkundigen, wann er die letzte Wurmkur bekommen hat, womit er entwurmt wurde und wann er die nächste Kur erhalten muss. Dabei sollte man sich keinesfalls auf „Hausmittelchen“ verlassen, denn sie sind oft nicht oder nicht ausreichend wirksam, manche sogar für Welpen ausgesprochen schädlich. Im Gegensatz zu den Wurmkuren, die man in früheren Zeiten verabreicht hat und die ausschließlich im Darm wirkten, werden die heutigen Wurmkuren auch resorbiert, Das ist aufgrund veränderter Umweltbedingungen auch unbedingt erforderlich, denn verschiedene Wurmarten, die früher hier praktisch unbekannt waren, sind stark auf dem Vormarsch (Augenwürmer, Lungen- und Herzwürmer) und gerade Würmer können für einen Welpen durchaus tödliche Folgen haben! Wurmkuren müssen aber, ebenso wie Antiparasitika gegen Zecken, Flöhe etc. genau auf Alter, Entwicklungsstufe und Gewicht des Welpen abgestimmt sein. Darum sollte man spätestens für den Zeitpunkt der nächsten Entwurmung einen Termin mit dem Tierarzt machen – evtl. lässt sich das auch mit den erforderlichen Impfungen verbinden.
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Hygiene/Sonstiges
Neben den oben erwähnten Sachen sollte man nicht vergessen die Besorgung von
- altersentsprechendem Futter (ggf. nach Rücksprache mit dem Züchter zur dortigen Ernährung)
- Kotbeuteln
- Handtüchern (die man vielleicht schon ausrangiert hatte)
- Reinigungsmitteln, wenn anfangs mal ein „Malheurchen“ passiert. Am besten geeignet dafür sind Enzymreiniger.
Sehr praktisch ist es, wenn man eine Stirnlampe hat, weil man dann immer beide Hände frei hat. Zur Not reicht natürlich auch eine Taschenlampe.
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- Emil Ilgner in: Ströse, A., Unsere Hunde, Ein Lehr- und Handbuch für Züchter, Preisrichter, Dresseure und Hundefreunde, Erster Band – Form und Leben des Hundes, Neudamm, 1902, S. 302 ↩︎
- Fachschaft für deutsche Spitze: Der Deutsche Spitz in Wort und Bild, Selbstverlag der Fachschaft für deutsche Spitze, Regensburg, 1937, S. 51 ↩︎
